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Interview MAK Präsident

Fairness als Leitgedanke

Seit 2016 ist Sthjefan Duhanaj Mitglied der Mitarbeiterkommission (MAK) bei Bühler, seit 2019 steht er ihr als Präsident vor. Im Interview mit Mosaic erzählt der Oberuzwiler, was ihn an der Arbeit in der MAK reizt, weshalb der Kaffeepreis sinnbildlich für Gerechtigkeit unter den rund 2’500 Mitarbeitenden steht und warum fast alle Probleme lösbar sind, wenn man sie früh genug und offen anspricht.

  

Kannst du uns etwas über dich als Person erzählen?

Ich lebe in Oberuzwil mit meiner Frau und unseren beiden Kindern. Unsere Tochter ist in der dritten Klasse, unser Sohn besucht die erste Klasse. Ich treibe gerne Sport, im Winter bin ich oft auf dem Snowboard anzutreffen, vor allem auf den Bühler-Skitag freue ich mich jedes Mal. Im Sommer gehe ich gerne Wakeboarden auf dem Bodensee. 

Wie bist du zu Bühler gekommen?

Ich habe meine Lehre bei Benninger gemacht und wurde von meinem damaligen Oberstift zu Bühler gelotst. 2010 habe ich bei Bühler als Polymechaniker angefangen. In dieser Zeit durfte ich mit der Unterstützung von Bühler eine Weiterbildung als Techniker machen. 2015 wechselte ich zum Druckguss und konnte mich als Technical Advisor einbringen, und ein Jahr später durfte ich die Projektleitung übernehmen. Seitdem bin ich Feuer und Flamme für Projekte im Kundendienst für unsere Druckgusskunden. 

Was war deine Motivation, dich bei der MAK einzubringen?

2016 wurde ich mehr oder weniger überredet, der MAK beizutreten. Ich bin einer, der immer seine Meinung vertritt und ehrlich, offen und direkt kommuniziert. Bei der MAK war es anfangs so, dass man oft gute Lösungsansätze hatte, diese aber nicht wirklich umsetzte. Da musste ich mich entscheiden, ob ich austrete, oder ob ich all in gehe – denn ich bin nicht der Typ für halbe Sachen. Ich entschied mich für Letzteres und wurde zum Vizepräsidenten gewählt. Als wir dann 2019 einen neuen Präsidenten brauchten, stellte ich mich erfolgreich zur Wahl. In diesem Amt kann ich wirklich etwas bewegen und gemeinsam mit den MAK-Mitgliedern Themen vorantreiben, die allen bei Bühler zugutekommen.

 

Enes Ismaili und Ricardo Schäfer. Enes Ismaili und Ricardo Schäfer. Enes Ismaili und Ricardo Schäfer.
Sandra Büchi und Shtjefan Duhanaj. Sandra Büchi und Shtjefan Duhanaj. Sandra Büchi und Shtjefan Duhanaj.

 

Was sind die Hauptaufgaben der MAK?

Einfach gesagt sind wir dafür verantwortlich, dass wir den Frieden im Unternehmen wahren. Hinschauen und nicht wegschauen, wenn etwas ist, das sehe ich als weiteren Eckpfeiler der MAK. Das kann von einem einfachen Schlichtungsgespräch bis hin zu Themen gehen, die alle Mitarbeitenden in Uzwil betreffen.

 

Andreas Juon, Ulrich Wehner und Chiara Giannuzzi. Andreas Juon, Ulrich Wehner und Chiara Giannuzzi. Andreas Juon, Ulrich Wehner und Chiara Giannuzzi.

  

Xavier Olsson im Gespräch mit MAK Mitgliedern. Xavier Olsson im Gespräch mit MAK Mitgliedern. Xavier Olsson im Gespräch mit MAK Mitgliedern.

Kannst du uns ein Beispiel nennen?

Ich nehme gerne das Beispiel der Kaffeeautomaten. Über die Jahre hatte sich da eine Ungleichheit eingeschlichen, die für mich extrem unfair war. Für einige war der Kaffee gratis, bei anderen kostete er 90 Rappen, teilweise sogar CHF 1.10. Da mussten wir aktiv werden und eine einheitliche Regelung für alle finden, auch wenn es natürlich nicht nur auf Gegenliebe stiess. Aber genau solche Fälle sind für mich der Antrieb, mich in der MAK einzubringen. Am Ende sollen alle bei Bühler die gleichen Bedingungen vorfinden – vom Lernenden bis zum CEO. 

 

Wir sind aber auch Anlaufstelle für private Anliegen und vermitteln die Mitarbeitenden an die entsprechenden Stellen wie zum Beispiel die Movis. Alle MAK-Mitglieder unterstehen der Schweigepflicht und sehen Integrität als höchstes Gut an. Oft kommen Kolleginnen oder Kollegen zu uns, um Dampf abzulassen, der sich über Jahre angestaut hat. Das freut uns in gewissem Sinne, denn bevor eine Situation eskaliert, sollten wir immer als Puffer angekoppelt werden. Wir analysieren, entschärfen, ändern die Blickwinkel, zeigen Ansätze auf, und in den meisten Fällen finden wir zusammen eine Lösung. 

 

Die MAK fungiert auch als Bindeglied zwischen der Belegschaft und der Konzernleitung, richtig?

Genau. Die jährliche Lohnrunde ist ein gutes Beispiel dafür. 2020 wurde diese coronabedingt ausgelassen – im Gegenzug wurde vereinbart, dass keine wirtschaftlich bedingten Kündigungen ausgesprochen werden. In der Lohnrunde 2021 nahmen wir dann die Jahre 2019 und 2020 zusammen und konnten uns gemeinsam mit der Geschäftsleitung und HR auf eine Lohnerhöhung von 0.7 Prozent einigen. Darauf sind wir unheimlich stolz, denn diese Erhöhung entspricht den wirtschaftlichen Realitäten und widerspielgelt die gute Zusammenarbeit zwischen Geschäftsleitung, Human Resources und der MAK.

 

Dann sind die Lohnverhandlungen jeweils die intensivste Zeit?

Das kann man schon sagen. Wobei ich lieber das Wort «Lohngespräche» verwende, denn wir schauen uns alle zusammen die Geschäftszahlen des abgelaufenen Jahres an und reden im offenen Dialog mit allen Beteiligten darüber, welche Lohnerhöhungen möglich sind. In dieser Zeit werden wir natürlich oft kontaktiert von Mitarbeitenden, und vor allem 2020 gab es viele negative Rückmeldungen, da die Lohnerhöhung aufgrund der Pandemie ausfiel. Das konnten wir nun korrigieren, und die positiven Reaktionen sind sozusagen der Dank für unsere Arbeit. Aber wie gesagt, das sind keine filmreifen Boxrunden wie sie Gewerkschaften beispielsweise in Deutschland ausführen inklusive Streikdrohungen, sondern von gegenseitigem Respekt geprägte, konstruktive Gespräche. Wir sind extrem dankbar, mit HR auf Augenhöhe reden zu können und immer auf offene Ohren zu stossen.

 

Wie viele Mitglieder seid ihr in der MAK und braucht ihr Verstärkung?

Wir sind momentan 15 Personen. Im Idealfall wäre unsere Kommission rund 20 Leute stark – wir sind also weiterhin auf der Suche nach motivierten Mitarbeitenden, die über den Tellerrand hinausschauen und immer das Wohl aller im Blick haben. Wer sich in dieser Rolle sieht und sich als Teamplayer einbringen will, darf sich gerne jederzeit auf unserer B-World Seite informieren und uns direkt via E-Mail oder via Telefon kontaktieren (siehe Kontaktdaten in der Box).

 

Sandra Büchi. Sandra Büchi. Sandra Büchi.

  

Silvio Bruderer, Sonja Picchedda und René Osinski. Silvio Bruderer, Sonja Picchedda und René Osinski. Silvio Bruderer, Sonja Picchedda und René Osinski.

Wenn du einen Wunsch frei hättest, welcher wäre das?

Kommt früh auf uns zu. Die meisten Probleme können entschärft werden, weil sie gar nicht erst eskalieren und so einen lösungsorientierten Ansatz verunmöglichen. Wir schauen uns jeden einzelnen Fall objektiv an, hören uns alle Seiten an und wollen immer die beste Lösung für alle Beteiligten finden. Das gelingt uns nur, wenn Konflikte frühzeitig, offen und ehrlich angegangen werden – wie in einer Familie. Und genau als solche sehe ich Bühler im übergeordneten Sinn; denn nur wenn wir uns füreinander einsetzen und ehrlich miteinander sind, können wir eine Atmosphäre schaffen, in der sich alle wohlfühlen. 

Kontakdaten der MAK

B-World Seite: https://buhlergroup.sharepoint.com/sites/wg-mak 

Email: buhler.mak@buhlergroup.com

Telefon: +41 71 955 11 43 

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