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Connie He

Ein Gespräch über Tee und das Leben

Eine Kanne Tee aufzugiessen und zu beobachten, wie sich die gekräuselten Teeblätter langsam im Wasser ausdehnen, ist die perfekte Art, einen ruhigen Moment in einer hektischen Welt zu geniessen. Connie trinkt gerne Tee und geniesst vor allem im Frühling oder Herbst eine Teezeremonie in der Natur. Sie beobachtet dann, wie die Teeblätter im Wasser tanzen, atmet tief ein, um den einzigartigen Duft des Tees zu geniessen, und nimmt dann einen Schluck. In solchen Momenten findet Connie ihre innere Ruhe und schöpft neue Kraft.

    

In der Woche vor unserem Interview hatte Connie gerade mit Bühlers Generation B darüber gesprochen, wie sich ihre Rolle im Unternehmen im Laufe der Jahre verändert hat. Als Berufseinsteigerin begann sie als Verwaltungssekretärin und stieg über die Positionen der Büroleiterin des Geschäftsführers und der Assistentin des Präsidenten bis zur Personalleiterin auf. Der Rollenwechsel mag von aussen betrachtet mühelos erscheinen, aber Connie weiss, wie viel harte Arbeit dahinter steckt. «Bei grösseren Veränderungen stand ich vor vielen Dilemmas und habe gezögert, aber das hat mich nur noch härter arbeiten lassen, mehr konnte ich nicht tun.» Es ist in der Tat selten, dass jemand immer auf der Höhe der Zeit ist, und wenn es jemandem gelingt, ist das kein Zufall. Hinter jedem Schritt nach vorn steckt eine Menge Schweiss und harte Arbeit. «Wie man so gerne sagt: Hinter all dem ‹mühelosen› Erfolg steckt eine Menge stiller und harter Arbeit», meint Connie. 

Connie He

Connie He ist Human Resources Director bei Bühler Asia Pacific. Die elegante und intellektuelle Frau arbeitet seit fast 20 Jahren bei Bühler. Im Unternehmen trägt sie den Namen «Sister C», weil sie wie eine ältere Schwester in der Familie ist. In den letzten 20 Jahren ist sie zusammen mit dem rasanten Wachstum von Bühler in China herangewachsen.

Findet eure Stärken und fordert euch ständig heraus

«Als mir vor zehn Jahren angeboten wurde, von der Assistentin des Präsidenten zur Personaldirektorin aufzusteigen, habe ich sehr gezögert, diese grosse Herausforderung anzunehmen. Nachdem ich meine Stärken und Schwächen analysiert und abgewogen hatte und mich mein Chef dazu ermutigt hatte, beschloss ich schliesslich, meine Komfortzone zu verlassen und die Herausforderung anzunehmen. Im Nachhinein bin ich froh, dass ich mutig genug war, diesen Schritt zu tun», sagt Connie.

Selbsteinschätzung und Selbstreflexion sind das, was die ausgezeichnete Selbsterforscherin Connie immer wieder hervorhebt. «Nachdem ich einige Zeit gearbeitet und mich verschiedenen Herausforderungen gestellt hatte, war es mir wichtig, mich selbst zu bewerten und zu betrachten, um meine Stärken und Schwächen klar zu erkennen. Ich weiss, dass ich diese Stärken nutzen und mich auf sie verlassen sollte, um mich weiterzuentwickeln», fügt sie hinzu.

 

Heute sitzt Connie ruhig und gelassen vor uns und spricht fröhlich über die Herausforderungen der letzten zehn Jahre ihrer Karriere, und es ist offensichtlich, wie stolz und glücklich sie darüber ist, diese mutigen Entscheidungen getroffen zu haben. «Was mich zu dem gemacht hat, was ich heute bin: Ich habe keine Mühen gescheut, meine Stärken zu nutzen, mich meinen Schwächen zu stellen und ständig neue Fähigkeiten zu erlernen. Für mich ist es wichtig, die Stärken mit denen aus meinem Team zu ergänzen und gemeinsam mit meinem Team zu lernen und zu wachsen. Wachstum ist ein Prozess des ständigen Wechsels von ‹Bequemlichkeit› zu ‹Selbstanpassung›. Wenn man mit einem sich verändernden Umfeld konfrontiert wird, muss man seine Anpassungsfähigkeit ständig verbessern und seine Komfortzone erweitern. So kann man mit der sich verändernden Welt zurechtkommen und gleichzeitig in Harmonie mit sich selbst leben», sagt sie. 

 

«Um Herausforderungen zu meistern, ist es natürlich auch notwendig, eine wachstumsorientierte Haltung einzunehmen, offen und neugierig zu bleiben, sich immer wieder aus seiner Komfortzone herauszuwagen und neue Stärken zu erwerben, indem man sich immer wieder in Bereichen anstrengt, in denen man sich nicht auskennt oder darin gut ist», sagt Connie, während sich in ihren sanften Augen ein grosses Lächeln ausbreitet.

Die Bedeutung von Vorbildern

Ausserdem sagt Connie, dass es wichtig ist, eine mutige Mentalität zu haben, um Chancen in verschiedenen Bereichen zu ergreifen. Natürlich steckt dahinter eine Menge Vorbereitung, denn Vorbereitung ist die Voraussetzung dafür, ruhig und gelassen zu sein. Über die Zeit, in der sie gerade frisch bei Bühler angefangen hatte, sagt Connie: «Zu Beginn meiner Karriere war es sehr wichtig, ein Vorbild zu haben.» Wenn sie darüber spricht, wie man Vorbilder entdecken und die Kraft von Vorbildern nutzen kann, leuchten ihre Augen. Die glanzvollen Tage der Vergangenheit sind es in der Tat immer wert, in Ehren gehalten zu werden.

Gigi Teng war ihr erstes Vorbild bei Bühler. «Als ich meinen Job bei Bühler antrat, lernte ich Gigi kennen, die im Büro in Peking arbeitete. Gigi war immer elegant und ruhig, sprach hervorragend Englisch und war sehr einfühlsam. Sie spielte eine wichtige Rolle und genoss Vertrauen in der Kommunikation zwischen China und der Schweiz. Genau so wollte ich auch werden.» Connies Erinnerungen an die Vergangenheit haben uns direkt auf eine Zeitreise zu diesen leidenschaftlichen Tagen mitgenommen.

Wie viele junge Anfänger hatte sie keine Ahnung, was für eine Art von Mensch sie einmal werden wollte. «Aber ich wusste definitiv, zu welcher Art von Menschen ich aufschaute», sagt Connie mit ansteigendem Tonfall und macht dabei eine Geste nach oben. «Sobald ich in meiner Nähe ein Vorbild fand, jemanden mit grossem Wissen und einer starken Persönlichkeit, wurde diese Person zu einem Leuchtturm, einem Massstab und einer Motivation für mich, weiterzumachen. Vorbilder funktionieren so, dass wir ihnen nacheifern wollen. Es sind ganz normale Menschen, die uns umgeben, und was sie tun und sagen, hat einen direkten Einfluss auf uns», betont Connie.

Was verkörpert das Wachstum eines Menschen? Ein Psychologe hat einmal gesagt, dass ein Mensch dann als «erwachsen» gelten kann, wenn er nicht mehr danach strebt, in den Augen anderer perfekt zu sein; er lernt zu geben und zu nehmen, sich selbst treu zu bleiben und sein Potenzial voll auszuschöpfen; er gibt sein Bestes. Das ist eine Beschreibung von Connie.

Erforscht euer wahres Selbst und entdeckt den Sinn des Lebens

«Das ist Felsentee (eine spezielle Art von Oolong-Tee), richtig?», fragt Connie. Da wir wissen, dass Connie gerne Tee trinkt, haben wir ihr für unser Gespräch welchen zubereitet. Sie ist eine ausgezeichnete Teekennerin und kann schon am Geruch erkennen, um welche Sorte es sich handelt. So wie die Teeblätter sich selbst in ihren einzigartigen Geschmack verwandeln, ist Connie ständig auf der Suche nach dem Sinn des Lebens. 

«Das Leben ist eine Reise, auf der man ständig versucht, seine Bestimmung zu finden. Je eher du herausfindest, was dir in deinem Leben am wichtigsten ist, und das ‹wahre Selbst› identifizierst, zu dem du werden willst, desto eher wirst du in der Lage sein, Gelassenheit zu erlangen, wodurch es weniger wahrscheinlich ist, dass du in einer sich wandelnden Umgebung verlorengehst oder dadurch, wie du von anderen behandelt wirst, Schaden nimmst», sagt Connie.

Die 4 C

«Ich erinnere mich an einen Professor an der CEIBS, der von den 4C des wahren Selbst sprach. Das hat mich total überzeugt. Viele meiner Kollegen nennen mich Sister C, und die 4C haben bei mir einen tiefen Eindruck hinterlassen. Das erste C ist die klare Erkenntnis (Clear): Ihr müsst klar wissen, wer ihr seid, was eure Werte sind und woher euer Glück kommt. Das zweite C ist das konsequente Verhalten (Consistent): Ihr solltet konsequent sein, wenn ihr euch selbst seid und wie ihr andere und euch selbst behandelt, wann und wo auch immer. Das dritte C ist eine fürsorgliche Haltung (Caring): Ihr solltet euch um euch selbst kümmern und gleichzeitig Empathie entwickeln, um euch um andere zu kümmern. Ich bin der festen Überzeugung, dass das, was nach aussen dringt, auch nach innen dringt. Das vierte C ist die Kraft der Wahl (Choice). Indem ihr ständig nach Vortrefflichkeit strebt, könnt ihr optimale Entscheidungen treffen und auch das bestmögliche Umfeld für alle andern schaffen, damit diese wiederum Entscheidungen treffen können», sagt Connie. Wir waren von Connies Worten so tief berührt, dass wir ihr einfach Applaus spenden mussten.

 

Connie ist eine so sanfte Seele mit einem weiten Horizont. Ihre Geschichte hat uns jeden ihrer festen und gelassenen Schritte bei Bühler vor Augen geführt. Als die Sonne vor dem Fenster ihr Gesicht erhellte und wir sahen, wie ihr Antlitz vor Zuversicht glühte, erfüllte uns das alle mit Inspiration. Nach unserem Gespräch eilte Connie bereits zum nächsten Termin. Wir wünschen ihr alles Glück der Welt!

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