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Bühler Heidenreichstein
Im ländlichen Niederösterreich, ca. fünfzehn Kilometer von der Grenze zu Tschechien entfernt, liegt das Bühler Werk Heidenreichstein. Der Standort mit seinen über 200 Angestellten kam 2018 im Zuge der Haas-Übernahme zu Bühler und bietet ein breites Leistungsspektrum vom Grossmaschinenbau bis zur digitalisierten Präzisionstechnik. Mosaic Online durfte die Kolleginnen und Kollegen in Heidenreichstein kennenlernen und konnte sich von einem sehr familiären Umgang gepaart mit einer unglaublichen Fachkompetenz überzeugen – von der auch viele Geschäftseinheiten direkt profitieren können.
Lukas Hofstetter, 31. März 2022
Das Werk in Heidenreichstein blickt auf fast 150 Jahre bewegte Geschichte zurück. Von der Gründung als Lederwarenfabrik durch die Gebrüder Eisert 1881, über den Aufstieg zum grössten Produzenten von Feuerzeugen Europas bis Ende der 1970er-Jahre, bis hin zur Übernahme durch HAAS 1990 und die Eingliederung in die Bühler Gruppe 2018 hat sich der Standort immer wieder erfolgreich am Markt behauptet.
«Heidenreichstein hat sich über all die Jahre als innovativer Standort durchgesetzt. Ein Hauptgrund sind die motivierten Menschen hier in der Gegend, die nicht nur ein aussergewöhnliches Arbeitsethos und einen enorm hohen Qualitätsanspruch mitbringen, sondern auch grossen Wert auf ein gutes Miteinander legen», sagt Bruno Kittner, Geschäftsführer bei Bühler Heidenreichstein. Dass 29% der Mitarbeitenden über 25 Dienstjahre aufweisen, unterstreicht den Stellenwert als attraktiven Arbeitsplatz.
Zur Attraktivität als Arbeitgeber trägt sicherlich auch die grosse Produktvielfalt am Standort bei. «Unsere Kompetenz verteilt sich auf zwei Hauptpfeiler: volldigitalisierte Automatisierungslösungen und die Produktion von Maschinenbaukomponenten. «Unsere Automatisierungslösungen sind nicht nur in der Automobilindustrie sehr gefragt – wir konnten uns über die Jahrzehnte auch in anderen Branchen, wo Automatisierungslösungen gefragt sind, etablieren, die punktgenau auf die Bedürfnisse unserer Kundinnen und Kunden zugeschnitten sind», erklärt Bruno Kittner.
In der Fertigungshalle prüft Gerhard Oppels Team ein frisch produziertes Teil mit Präzisionsmessinstrumenten für eine Beinprothese. Seit Jahrzehnten produziert sein Team auf den Mikrometer exakte Elemente für den Prothesenhersteller Otto Bock. «Teile für die Medizinaltechnik sind beste Beispiele für unseren Wandel in den vergangenen 15-20 Jahren, weg von der Massenproduktion und hin zur Feinwerktechnik. Otto Bock verlässt sich auf die Präzisionstechnik und Qualitätsarbeit aus Heidenreichstein», sagt er.
Doch Heidenreichstein bietet mehr, viel mehr. «Wir sind seit Jahrzehnten Zulieferer von Bauteilen für die Bahnindustrie und den öffentlichen Nahverkehr wie zum Beispiel für hydromechanische Gleisbremsen, Weichenantriebe und Fahrzeugkomponenten, um nur einige zu nennen», erklärt Geschäftsführer Bruno Kittner. «Unsere Kunden sind unter anderem die Vollbahnbetriebe wie die Deutsche Bahn, die Österreichische Bundesbahn oder auch die Schweizerischen Bundesbahnen, aber auch Betriebe des öffentlichen Nahverkehrs wie die Wiener Linien. Wenn unsere Kolleginnen und Kollegen in Österreich, Deutschland oder der Schweiz nächstes Mal beim Reisen die Bahn benutzen, nutzen sie dabei auch die Bahntechnik aus Heidenreichstein», schmunzelt er.
Wer sich während der Zugfahrt eine schmackhafte Waffel gönnt, gönnt sich gleich noch ein Stück Heidenreichstein. Die Geschäftseinheit Waffel zählt seit Jahrzehnten auf die Lösungen des Galvanik Teams. «Wir galvanisieren die Backplatten für die Waffelöfen und tragen so zu einer höchstmöglichen Prozesssicherheit bei», ergänzt Bruno Kittner. Eine In-House-Kompetenz, von der auch andere Geschäftseinheiten wie Value Nutrition oder Milling Solutions profitieren könnten.
Entscheidend für die Weiterentwicklung dieser Fachkompetenz ist der Nachwuchs. Eine der 16 Auszubildenden war Karin Haider, die vor kurzem ihre Lehre mit Auszeichnung abgeschlossen hat und mit viel Dankbarkeit auf die herausfordernden vergangenen dreieinhalb Jahre zurückblickt. «Wir haben fantastische Ausbilder, die sich viel Zeit für die Entwicklung der nächsten Generation nehmen. Wir fangen alle bei Null an und lernen in der Lehrlingswerkstatt in den ersten beiden Jahren alles von der Pike auf; vom Fräsen über das Drehen, Schleifen, Erodieren, Bohren, und noch viel mehr», sagt sie.
Was haben alle Produktionsschritte gemeinsam? «Unsere Arbeiten verlangen absolute Präzision. So lernen wir in jungen Jahren, Verantwortung zu übernehmen und schärfen unser Auge für höchste Qualität», weiss sie. Im dritten Jahr arbeiten die Lernenden dann voll integriert in der Produktion.
Karin Haider weiss, dass eine Lehre auch Stress und Unsicherheiten bei jungen Menschen hervorrufen kann. Sie ist die erste Ansprechperson im Jugendvertrauensrat – einer betriebsinternen Institution für Lernende ähnlich wie der Betriebsrat. «Ich habe für alle Kolleginnen und Kollegen ein offenes Ohr und freue mich, wenn ich ihnen bei Problemen weiterhelfen kann. Wir organisieren immer wieder Freizeitaktivitäten wie gemeinsames Essen oder Schwimmen, das stärkt den Zusammenhalt,” erklärt sie.
Mit so viel Leidenschaft und Innovationskraft drängt sich die Frage auf, wie auch andere Geschäftseinheiten bei Bühler von den Kompetenzen in Heidenreichstein profitieren können. «Wir wollen unser Fachwissen in den Bereichen Lohnfertigung, Automation und Galvanik mit unseren Bühler Kolleginnen und Kollegen teilen. Unser Team ist top motiviert und freut sich darauf, gemeinsame Lösungen zu erarbeiten, um noch mehr Arbeitsschritte Bühler-intern abzuwickeln und so unseren Beitrag dafür zu leisten, unsere Gruppe noch erfolgreicher zu machen», erklärt Bruno Kittner.
Auch Gerhard Oppel freut sich auf einen regen Austausch mit anderen Geschäftseinheiten. «Das Bühler Portfolio ist wirklich faszinierend und umfassend. Kürzlich war eine Delegation von Heidenreichstein in Uzwil, um eine mögliche Zusammenarbeit zu diskutieren und weitere interne Synergien zu nutzen. Unsere Türen stehen allen bei Bühler jederzeit offen für einen Besuch – zusammen können wir noch viel erreichen.»
Dasselbe gilt auch für die Lernenden. «Der Erfahrungsaustausch mit anderen Standorten ist unglaublich wichtig, gerade für junge Menschen. Es erweitert nicht nur den beruflichen Horizont, sondern prägt auch eine weltoffene Persönlichkeit. Ich würde mich sehr freuen, wenn wir den Austausch mit anderen Standorten wie Uzwil, Beilngries und so weiter intensivieren könnten», sagt Karin Haider.
Hast du Interesse, mehr über die vielfältigen Kompetenzen bei Bühler Heidenreichstein zu erfahren? Herr Dipl. Ing. Bruno Kittner freut sich auf die Kontaktaufnahme: karin.scheidl@buhlergroup.com.
Gupfenstrasse 5
Uzwil
9240
Schweiz