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Frauen in MINT-Berufen
Frauen sind in technischen Berufen noch immer massiv untervertreten. Auch bei Bühler. Ein Initiative von Mitarbeitenden will dies ändern und konzentriert sich dabei auf drei wichtige Aspekte – Bildung von Kindern und Jugendlichen, Rekrutierung von Mitarbeiterinnen und die Erhaltung von Mitarbeiterinnen im Unternehmen.
Sorana Ionita, Anastasija Fusuljevic, Stefan Prockl, Molly Coleman, 31. März 2022
Eine hohe Diversität ist förderlich für den Erfolg einer Firma. Dies geht aus zahlreichen Studien hervor, wie z. B. der Studie der Harvard Business Review, die über 1’800 Fachleute befragte und über 40 Studien mit Unternehmen durchführte. Das wichtigste Ergebnis war, dass diversifizierte Unternehmen mit 45 Prozent höherer Wahrscheinlichkeit einen Zuwachs an Marktanteilen verzeichnen und mit 70 Prozent höherer Wahrscheinlichkeit neue Märkte erobern können. Einen ungefähr gleich hohen Anteil von Frauen und Männern zu erreichen, ist ein wichtiger Teil in diesem Puzzle. Da gerade dieser Aspekt in vielen technischen Berufen noch immer sehr ungleich ist, arbeiten Unternehmen daran dies zu ändern. Bühler möchte den Anteil von Frauen in der Belegschaft jährlich um ein Prozent erhöhen. Ein Team von motivierten Mitarbeitenden hat die Initiative «Women in STEM» also, «Frauen in MINT-Berufen» gegründet und treibt die Veränderung mit verschiedenen Projekten voran. Das Team will Geschlechterstereotypen überwinden, und zwar nicht nur im Unternehmen selbst, sondern auch im gesamten Umfeld: bei Freunden, Studenten, Eltern und unseren Führungskräften. «Wir möchten Mädchen auf der ganzen Welt zeigen, dass sie fähig und willkommen sind, in einem MINT-Bereich in unserem Unternehmen zu arbeiten», sagt Corinne Schneider im Namen des Teams.
STEM (science, technology, engineering and mathematics) steht im englischsprachigen Raum für die Bezeichnung MINT im Deutschen. MINT ist eine Abkürzung für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technologie. Sie wird häufig verwendet, wenn es um akademische oder berufliche Laufbahnen in diesen vier Bereichen geht.
Täglich prassen Geschlechterstereotypen bereits auf die kleinsten Kinder ein. In Kinderbüchern, den Medien, Schulmaterial und von den Erwachsenen um sie herum. Spätestens im Kindergarten weiss jedes Kind welche Farbe es zu tragen hat, welches Hobby zu seinem Geschlecht passt und welche Berufe anzustreben wären. Bittet man Kinder einen «Wissenschaftler» zu zeichnen, neigen die meisten Kinder dazu, eher einen männlichen als einen weiblichen Wissenschaftler zu zeichnen, wie eine Studie des Sozialwissenschaftlers David Chambers ergeben hat. Die Studie «Women and STEM» (Frauen und MINT) des National Bureau of Economic Research aus dem Jahr 2017 brachte ans Licht, dass viele Mädchen in den Schulen weniger Unterstützung bei ihrer College-Wahl erhalten als Jungen. Die Women in STEM Initiative von Bühler hat sich zum Ziel gesetzt, Schülerinnen und Schülern, Lehrpersonen und Eltern das Potenzial von Mädchen für eine MINT-Karriere aufzuzeigen. Botschafterinnen und Botschafter von Bühler besuchen daher regelmässig Schulklassen von der Grundschule bis zu Universität.
Um Frauen für MINT-Berufe bei Bühler zu begeistern, stellen sich die Mitglieder der Initiative als BeraterInnen und Berater für die Personalabteilung zur Verfügung. Sie unterstützen dabei, integrative Rekrutierungsstrategien zu entwickeln. Zudem bieten sie konkrete Hilfestellung bei der Formulierung von Stellenanzeigen, um gezielt alle Geschlechter anzusprechen und erstellen Inhalte für die sozialen Medien um auf Bühler als attraktiven Arbeitsplatz für Frauen aufmerksam zu machen.
Women in STEM bei Bühler ist eine Initiative von Generation B für eine vielfältige MINT-Welt und einen inklusiven Arbeitsplatz.
Generation B ist eine globale Bewegung leidenschaftlicher Mitarbeitenden bei Bühler, die darauf abzielt, Mitarbeitende zusammenzubringen und das Unternehmen zu schaffen, für das Menschen arbeiten möchten.
Der Anteil der Frauen, die eine Karriere in MINT-Berufe verlassen, ist hoch. Laut einer Studie der Harvard Business Review geben 40 Prozent der Frauen, die ein Ingenieurdiplom erworben haben, den Beruf entweder auf oder treten ihn nie an. Die Initiative will diesem Trend entgegenwirken. Die Förderung des Zugehörigkeitsgefühls durch das Bilden von Netzwerken wie «Women@Bühler» und die Unterstützung beim beruflichen Aufstieg und bei der Verfolgung persönlicher Ziele sind wichtige Strategien zur Bindung von Mitarbeitenden. Die Förderung der Mobilität von Frauen über Geschäftsbereiche, Regionen und Hierarchiestufen hinweg ist dabei von zentraler Bedeutung. Die Beseitigung der derzeitigen Hindernisse für diese Mobilität haben hohe Priorität. Um hier nachhaltige Fortschritte zu erreichen, arbeitet das Initiativ-Team intensiv daran, Botschafterinnen und Botschafter für die Anliegen zu finden. Viele Mitarbeitende und Managerinnen und Manager sind bereits an Board und viele weitere werden hoffentlich ihrem Beispiel folgen.
Ähnlich wie bei anderen Generation-B-Initiativen kann jede und jeder dazu beitragen, die Initiative und damit das Thema selbst voranzutreiben. Dabei gibt es nicht den einen richtigen Ansatz. Vielmehr geht es darum in vielen individuellen Schritten sowohl die aktuelle Situation innerhalb des Unternehmens zu verbessern als auch Veränderungen ausserhalb des Unternehmens, bei unseren Partnern und den künftigen Generationen anzuregen. Nachfolgend findest du Beispiele von fünf Botschafterinnen und Botschaftern, die erklären weshalb sie die Initiative unterstützen und was sie selbst bereits konkret beigetragen haben. Möchtest auch du mithelfen, diese wichtige Veränderung in unserem Unternehmen und unserer Gesellschaft voranzutreiben? Das Women in STEM Projektteam unterstützt dich gerne bei deinen Ideen. Melde dich bei einem Mitglied der Initiative oder unter generation.b@buhlergroup.com.
«Ich persönlich stehe voll hinter D&I und unterstütze daher die Initiative Women in STEM bei Bühler. Da wir in den Bereichen Fertigung, Logistik und Lieferkette tätig sind, haben viele unserer Kolleginnen und potenziellen Kandidaten einen Hintergrund in diesem Bereich. Aus diesem Grund haben wir dieses Jahr einen ganzen Tag der Global MLS Conference dem Thema «Leadership and Culture» gewidmet. Wir müssen bei der Rekrutierung beginnen, und ich habe mich an meine Manager gewandt und sie gebeten, D&I in alle Arten von Rekrutierungsprozessen einzubeziehen. Wir müssen das Problem an der Wurzel packen und den Prozess selbst so verändern, dass es unumgänglich wird und sich jeder mit dem Thema auseinandersetzen muss. Eine Idee, mit der wir uns derzeit beschäftigen, ist der Aufbau eines automatischen Arbeitsablaufs im Rekrutierungssystem, bei dem jeder Entscheidungsträger auf jeder Ebene auch einen entsprechenden D&I-«Partner» hat, mit dem er die Entscheidung trifft. Ich möchte deutlich machen, dass ich dieses Thema sehr ernst nehme. Es ist eine Sache, über D&I zu reden, aber das Wichtigste ist, es in die Tat umzusetzen. D&I in den Rekrutierungsprozessen bei MLS eine Stimme zu geben, ist der Weg, den wir gehen müssen.»
Es ist eine Sache, über D&I zu reden, aber das Wichtigste ist, es in die Tat umzusetzen. Wir müssen D&I in den Rekrutierungsprozessen bei MLS eine Stimme geben.
Holger Feldhege,
Chief Operations Officer
«Ich bin der festen Überzeugung, dass Vielfalt und Integration zu mehr Innovation, höherer Produktivität und grösserer persönlicher Zufriedenheit für uns alle führen werden. Ich unterstütze dies, indem ich eine Mentorin bin. Wenn wir eine offene Stelle haben, ermutige ich unsere Mitarbeitenden, kreativ zu sein, was potenzielle Kandidatinnen angeht, und proaktiv Frauen zu ermutigen, sich zu bewerben. Wenn es um die Nachfolgeplanung geht, fordere ich das Team auf, weibliche Talente zu nominieren. Ausserdem fördere ich, wo immer möglich, flexible Arbeitszeiten, damit unsere Teammitglieder – Frauen und Männer – Beruf und Familie besser vereinbaren können. Vielfalt und Integration sollten jeden Tag im Mittelpunkt unseres Denkens und Handelns stehen. Sie müssen Teil unserer Kultur sein, der Art und Weise, wie wir arbeiten und zusammenarbeiten.»
Vielfalt und Integration sollten jeden Tag im Mittelpunkt unseres Denkens und Handelns stehen. Sie müssen Teil unserer Kultur sein, der Art und Weise, wie wir arbeiten und zusammenarbeiten.
Carmen Schlatter Broger,
Head of Business Area Digital Technologies
«Die Beschaffungsorganisation wird in einem globalen Netzwerk mit lokalen Teams geführt, die an mehr als 30 Standorten in den Regionen vertreten sind. Ich bin davon überzeugt, dass vielfältige und integrative Teams viel leistungsfähiger sind, wenn es darum geht, das komplexe globale Lieferkettenumfeld zu bewältigen, in dem wir uns bewegen. Für einige unserer offenen Stellen suchen wir aktiv nach weiblichen Kandidatinnen und sprechen proaktiv Talente an, die wir intern bei Bühler haben. In Erwartung dessen haben wir mit dem Women in STEM-Team zusammengearbeitet, um unsere Stellenbeschreibungen so umzuformulieren, dass sie für weibliche Bewerberinnen potenziell attraktiver sind. Wir unterstützen weibliche Bewerberinnen im Rekrutierungsprozess für Stellen im Beschaffungswesen. Ich bin davon überzeugt, dass Beschaffungspositionen für Frauen in MINT sehr attraktiv sind, und würde gerne viel mehr weibliche Kandidatinnen in unseren Rekrutierungsprozessen haben, insbesondere auch für strategische Beschaffungs- und Führungspositionen.»
Wir haben mit dem Women in STEM-Team zusammengearbeitet, um unsere Stellenbeschreibungen so umzuformulieren, dass sie für weibliche Bewerberinnen potenziell attraktiver sind.
Hansjörg Ill,
Chief Procurement Officer, MLS
«Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Vielfalt in Teams zu besseren Leistungen führt. Die Einbeziehung unterschiedlicher Standpunkte bereichert Diskussionen und unterstützt ‘bessere’ Entscheidungen. Im Bereich F&E haben wir bei Bühler weniger als 14 Prozent weibliche Mitarbeiterinnen. Weniger als 7 Prozent unserer Führungskräfte in F&E sind Frauen. Es wäre zu ‘einfach’, sich jetzt nur auf die Rekrutierung zu konzentrieren, um das Gleichgewicht zwischen den Geschlechtern zu verbessern. Die Herausforderung beginnt viel früher: Wie können wir junge Mädchen für die spannende Welt der MINT-Fächer begeistern? Wir müssen Vorurteile in unseren Bildungssystemen abbauen und als Vorbilder für die künftige Generation von Ingenieurinnen fungieren. Und seien wir ehrlich: Lego ist so viel cooler als Puppen.»
Wir müssen Vorurteile in unseren Bildungssystemen abbauen und als Vorbilder für die künftige Generation von Ingenieurinnen fungieren. Und seien wir ehrlich: Lego ist so viel cooler als Puppen😉.
Sandra Lutz,
Global Director of Technology & Product Development Process & Facilities (M2M1)
«Vielfalt und Integration ermöglichen es uns, innovativ zu sein. In einem vielfältigen Team kann man sicher sein, dass man nicht in einer bestimmten Denkweise stecken bleibt, und eine vielfältige Organisation zeigt ein hohes Mass an Fairness. Wenn man gerne an einem vielfältigen Arbeitsplatz arbeitet, ist es wahrscheinlicher, dass man vielfältige Teams bildet, und es ist wichtig, dass die Organisation unseren Markt widerspiegelt. Die Regionen haben bei der Vielfalt auf allen Ebenen gute Fortschritte gemacht. Ich persönlich habe erlebt, dass Frauen die Dynamik in Teams verändern. Ich versuche sicherzustellen, dass Frauen im Bewerberpool vertreten sind – ich möchte mindestens eine Frau pro Bewerbung, und ich möchte sicherstellen, dass Frauen Zugang zu Möglichkeiten haben und in allen Geschäftsbereichen vertreten sind. Ich bin der Meinung, dass D&I nicht nur von der Unternehmensspitze ausgehen sollte; wir alle können es auf jeder Ebene positiv beeinflussen.»
Ich glaube, dass D&I nicht nur von der Spitze kommen sollte; wir alle können es auf jeder Ebene positiv beeinflussen.
Adrien Beauvisage,
Head of Region Southeast Asia and Pacific
Gupfenstrasse 5
Uzwil
9240
Schweiz