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Mathias Manser
Mathias Manser ist Leiter des Qualitätsmanagements für das Druckgussgeschäft von Bühler in Asien und ist seit fast 20 Jahren bei Bühler tätig. Ob in der Schweiz oder in China, seine Leidenschaft gilt dem Druckguss und seinem Hobby, dem Backen. Über Zeit und Raum hinweg hat Mathias die «Geschmacksrichtungen» der verschiedenen Lebensabschnitte probiert.
Lei Lei, 31. März 2022
Mathias’ Karriere bei Bühler begann 2002 in Uzwil, als er als Lernender bei Bühler Schweiz begann. Im Jahr 2008 war er Teil eines Entwicklungsprojekts der neuen Druckgiessmaschinenserie «Ecoline», die zunächst für den chinesischen Markt entwickelt wurde. Durch dieses Projekt kam er zum ersten Mal mit China in Kontakt und begann, mit unseren chinesischen Kolleginnen und Kollegen zusammenzuarbeiten. Diese Arbeitserfahrung in einem grossen Team war ein Vorgeschmack auf seine zukünftige Karriere in China.
Ich liebe den Druckguss – das ist etwas, das mich bis heute fasziniert.
Mathias Manser,
Leiter Qualitätsmanagement Druckguss, Bühler China
Vier Jahre nach der Zusammenarbeit erhielt er aufgrund seiner hervorragenden Leistungen die Möglichkeit, nach China zu reisen. Mit der zunehmenden Häufigkeit und Dauer der Delegationsreisen wurden nicht nur mehr Geschäfte nach China verlagert, sondern auch mehr Wissen und Fähigkeiten. Es ist nun fast ein Jahrzehnt her, dass Mathias zum ersten Mal für eine Tätigkeit nach Wuxi reiste.
Wenn es um den denkwürdigsten Moment in seiner Karriere geht, gibt Mathias Manser die Antwort fast ohne Zögern. Für Bühler zu arbeiten und den Schritt nach China zu wagen, ist der grösste Moment in seiner beruflichen Laufbahn, den er nicht bereut. Die kulturellen Unterschiede zwischen China und Europa haben ihn zu einem aufgeschlosseneren Menschen gemacht, der Neuem gegenüber immer eine positive Einstellung hat. Es ist ein Beruf, den er liebt und den er auch in den kommenden Jahren ausüben wird, und er ermutigt junge Menschen, diese Erfahrung zu machen.
Der Anfang ist immer der schwierigste Teil. Für Mathias liegen die wahren Herausforderungen in den Sprachbarrieren und kulturellen Unterschieden. «Ich bin es nicht gewohnt, um Hilfe zu bitten. Wenn ich etwas erreichen will, versuche ich mein Bestes, so gut ich kann», sagt Mathias. Deshalb folgte er der Überzeugung ‘JUST DO IT’ und motivierte sich selbst, seine Persönlichkeit zu ändern, um sich besser an sein neues Leben zu gewöhnen. In diesem Prozess spielten Mathias’ Freunde innerhalb und ausserhalb des Unternehmens eine wichtige Rolle, wenn er mit organisatorischen und individuellen Problemen konfrontiert wurde. Heute kann Mathias auf einem soliden Niveau Chinesisch sprechen, und hat mit seiner Familie seinen Platz in China gefunden. China ist für ihn nicht mehr ein fremdes Land, sondern eher eine zweite Heimat.
Das riesige Land China fasziniert Mathias vor allem durch seine vielfältige Esskultur. In diesen Jahren hatte er viele Gelegenheiten, verschiedene Gerichte zu probieren und den einzigartigen Charme der chinesischen Esskultur zu erleben. Unter all diesen Gerichten ist die nordöstliche Küche sein Favorit geworden. «Jiaozi, Teigtaschen, die versuche ich selber zu machen», sagt Mathias. Für ihn geht es nicht nur um das Essen, sondern vor allem um die Zubereitung. Das ist immer ein Familienereignis, bei dem er schöne Momente mit seinen Liebsten verbringen kann.
Wenn es darum geht, wie Mathias sich in China niedergelassen hat, muss eine weitere Geschichte erwähnt werden: die aussergewöhnliche Begegnung mit seiner chinesischen Frau Sharon. Die Geschichte begann im Jahr 2016, als Sharon mit ihren deutschen Freunden in einer Bar war und ihr ein neuer Freund, Mathias, vorgestellt wurde. Danach versuchte sie, mit ihm auf Facebook in Kontakt zu treten. Sie gab seinen Namen ein, verwechselte aber das doppelte «t» mit einem «th». Zufälligerweise war Sharon zu diesem Zeitpunkt in Shanghai, das so nahe an Wuxi liegt, und Mathias glaubt, dass dies der Grund dafür ist, dass sein Name ganz oben in den Suchergebnissen stand. «Ich hatte damals ein ziemlich gutes Bild von mir auf Facebook», sagt Mathias mit einem Lächeln. Sharon schickte die Freundschaftsanfrage, dann begannen sie auf Facebook zu chatten und wechselten nach und nach auf das chinesische Soziale Netzwerk «WeChat».
Sharon und Mathias blieben lange Zeit über WeChat miteinander in Kontakt, bis sie zu ihm nach Wuxi kam, wo sie ihr erstes Date hatten. Im Jahr 2017 beschlossen sie, zusammen in dieser Stadt zu leben, nachdem sie sich vier Monate lang getroffen hatten. Es war ein grosser Schritt für Sharon, denn es bedeutete, dass sie alles, was ihr vertraut war, ihre Familie, ihre Freunde und ihr Arbeitsumfeld, zurücklassen musste.
Wie die besten Geschichten hat auch diese ein Happy End. Zwei Jahre später heirateten sie in China. Für Mathias war es eine unglaubliche Erfahrung, denn es war eine traditionelle chinesische Hochzeitszeremonie, die den örtlichen Bräuchen folgte. Im Jahr 2021 begrüsste die Familie ihr erstes Kind, einen kleinen Jungen namens Jonathan. Nach all den Jahren bezeichnet Mathias es immer noch als Glücksmoment, dass Sharon ihn auf Facebook gefunden hat.
Interessant ist, dass Mathias, als er zu Beginn seines Einsatzes nach seinem Plan gefragt wurde, immer sagte: «Ich werde nicht allzu lange in China bleiben.» Aber seine Kollegen, die auch solche Erfahrungen hatten, sagten ihm immer wieder: «Glaub mir, Mathias, du wirst viel länger in China bleiben, als du denkst, und es wird ein grosser Teil deines Lebens werden.» Bis dahin hätte Mathias nie gedacht, dass dies bei ihm der Fall sein würde. Wie das Leben so spielt, hat er nun eine Familie in China.
Diese kleine Familie ist ein gutes Beispiel für die kulturelle Verschmelzung. Auch nach Jahren in China ist Mathias immer noch tief beeindruckt von der Art und Weise, wie die Chinesen ihre Kultur leben und wie Familien aus der ganzen Welt zusammenkommen, um das grösste Fest zu feiern. Jedes Jahr feiern Mathias und seine Familie das chinesische Neujahrsfest auf traditionelle Weise, und er geniesst die herzliche Atmosphäre, die das Wiedersehen einer grossen Familie mit sich bringt, sehr. Gemäss der Schweizer Kultur hat Mathias seinem lieben Sohn auch Weihnachten, eines der wichtigsten Feste des Jahres, näher gebracht, in der Hoffnung, dass der Junge mit einem offenen Herzen in verschiedenen Kulturen aufwachsen kann.
Auch wenn meine chinesischen Sprachkenntnisse begrenzt ist, bin ich neugierig und möchte die Unterschiede in der Kultur und den Traditionen kennenlernen.
Mathias Manser,
Leiter Qualitätsmanagement Druckguss, Bühler China
Neben seinem Arbeitsleben bei Bühler hat Mathias ein leidenschaftliches Hobby: das Backen. Sein Interesse und seine Liebe für Schweizer Brot reichen bis in seine Kindheit zurück, als er viel Zeit in der Bäckerei seines Onkels verbrachte. Nachdem er nach China gekommen war, dauerte es eine Weile, bis Mathias mit dem Backen wieder richtig anfing, als er sich allmählich an sein neues Leben hier gewöhnte. Vor allem nachdem er seine Frau Sharon kennengelernt hatte, wurde die Idee, das Schweizer Brot und seine Kultur nach China zu bringen, immer stärker.
Er zieht es vor, es als echtes Hobby anstatt als Geschäft zu bezeichnen, da alles aus einem Fondue-Problem heraus entstand, weil er kein passendes Brot fand. In den letzten zwei Jahren haben immer mehr Menschen Mathias’ handgemachtes Schweizer Brot probiert. Vielen gibt es das Gefühl, zu Hause zu sein, und die Bestellungen gingen bis nach Wuxi, Shanghai, Peking und sogar in die Innere Mongolei.
Es ist ein grossartiges Hobby neben der Arbeit bei Bühler, und es hilft auch, die Arbeit und das Leben in Einklang zu bringen. Die Leidenschaft, etwas Handgemachtes zu kreieren und zu sehen, wie die Menschen es geniessen und wertschätzen, gibt mir das dankbarste Gefühl, das uns auch bei der Entwicklung neuer Produkte weiterbringt.
Mathias Manser,
Leiter Qualitätsmanagement Druckguss, Bühler China
«Backen ist viel mehr als ein toller Ausgleich zum Beruf», sagt Mathias. Er ist ein familienorientierter Mensch, der sich voll und ganz auf seine Rolle als Vater und Ehemann konzentriert. Deshalb wird er niemals die wertvolle Zeit mit seiner Familie für sein persönliches Hobby, das Backen, opfern.
Das Leben ist wie eine Schachtel Schokolade: Man weiss nie, was man bekommt. Aber Mathias weiss immer ganz genau, wo seine Liebe und Leidenschaft sind. Und er weiss auch, dass man in den alltäglichsten Momenten die Weisheiten des Lebens entdecken kann.
Gupfenstrasse 5
Uzwil
9240
Schweiz