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iF Design Award 2021

MultiTherm-Team feiert den iF Design Award 2021

Bühlers MultiTherm ist ein Star. Das brandneue IoT-fähige Laborgerät, das die Kühleigenschaften von Kakaobutter misst und das Kristallisationsverhalten von Schokolade vorhersagt, ist kaum auf den Markt gekommen und schon auf der Siegerstrasse. Das Team von Chocolate Mass Research & Development (CMRD), das Laborgerät entwickelt hat, hat nicht nur den iF Design Award 2021 in der Disziplin Produkt, Kategorie Industrie/Werkzeuge gewonnen, sondern auch alle fünf Geräte der ersten Produktionscharge vor der offiziellen Markteinführung verkauft.

  

Der iF Design Award ist einer der renommiertesten Designpreise der Welt. 1954 von der iF International Forum Design GmbH mit Sitz in Hannover ins Leben gerufen, hat er sich zu einem Qualitätssiegel für die Gestaltung von Produkten und Lösungen entwickelt. Der Wettbewerb im Jahr 2021 war hart. Beinahe 10’000 Beiträge aus 52 Ländern wurden in 78 Kategorien eingereicht.

Der Preis dreht sich um Design Excellence und Innovation in neun Disziplinen: Produkt-, Verpackungs-, Kommunikations- und Service-Design, Architektur und Innenarchitektur, sowie Professional Concept, User Experience (UX) und User Interface (UI). Eine Jury aus 98 unabhängigen Expertinnen und Experten aus aller Welt bewertet die eingereichten Produkte und Lösungen und sorgt dafür, dass nur die besten in die Endauswahl kommen. 

 

Für uns ist das ermutigend. Nach fast zwei Jahren harter Arbeit für die Entwicklung der neuen Generation unseres MultiTherms fühlen wir uns geehrt, diesen Preis zu erhalten.

Simon Göldi,
Projektleiter MultiTherm

«Für uns ist dies ermutigend. Nach fast zwei Jahren harter Arbeit für die Entwicklung der neuen Generation unseres MultiTherms fühlen wir uns geehrt, den Preis zu erhalten», sagt Simon Göldi, Projektleiter MultiTherm. Zusammen mit Simon besteht das Siegerteam aus Skeli Nesimi, Head of Product Management Chocolate & Coffee; Jeffrey Franitza, Designer; Jerome Oesch, Value Nutrition R&D Machine Control, der am Software-Backend arbeitete; Yuantong Zeng, Senior Process Engineer und Paggios Konstantinos, Senior Team Manager R&D bei Chocolate Mass, der zu den technologischen Aspekten des MultiTherms beitrug. Xiaogang Zhu, Lead Automation Engineer aus China, und Ondrej Michejda, Project Engineer Automation von Bühler Prag, arbeiteten ebenfalls am Software Backend. Aufgrund der häufigen Änderungen und unvorhergesehenen Umstände, die für jedes innovative Projekt typisch sind, musste von Beginn weg ein klarer Prozess definiert und eine gute Teamarbeit etabliert werden. 

Das Team nutzte die Methode der agilen Systementwicklung, bei der es um eine iterative Entwicklung geht, wo funktionsübergreifende Teams in kleinen Schritten arbeiten. In einem solchen Prozess werden die Anforderungen, Pläne und Ergebnisse kontinuierlich evaluiert und angepasst.

Die Produktentwicklung umfasste mehrere Diskussionsrunden und Interaktionen mit den Expertinnen und Experten, Kunden und Partnern von Bühler. «Wir hatten die Technologie, die Experten und den Input der Kunden von Anfang an. Das war ein Vorteil. So konnten wir in schnellen Schlaufen immer wieder auf die Inputs eingehen», erzählt Simon. 

Starkes Vermächtnis

Das Laborgerät MultiTherm, das in Zusammenarbeit mit der Firma Eidenbenz Industrial Design Est. mit Sitz in Liechtenstein entwickelt wurde, ist eine völlig neue Version des erstmals 2008 geschaffenen Geräts. Damals setzte Bühler bereits den neuen Industriestandard für die Messung der Qualität (Kristallisationsverhalten) von Kakaobutter. 

Auch ein neuer Qualitätsindex, der Bühler Crystallization Index (BCI), der beschreibt, wie schnell die Butter kristallisiert, wurde entwickelt. Durch Abkühlung der Kakaobutter, der Kakaomasse oder der Schokoladenmasse auf eine bestimmte Temperatur wird die Abkühlkurve gemessen. Der intelligente Algorithmus analysiert verschiedene Punkte in der Kurve und errechnet den BCI.

Der BCI sagt das Kristallisationsverhalten dieser spezifischen Kakaobutter in Schokolade voraus und gibt dem Anwender ein Mass, das bei null beginnt (keine Kristallisation). Ein hoher BCI-Wert zeigt eine schnelle und intensive Kristallisation des Produktes an. Die Interpretation des BCI-Wertes variiert je nach Anwendung des jeweiligen Kunden. Eine weiche Füllung kann einen niedrigen BCI-Wert haben, weil sie keine Kristallisation vorgibt. Auf der anderen Seite muss die Hülle einen hohen BCI haben, damit sie hart und stabil wird.

 

Das Team nutzte den CUBIC MakerSpace in Uzwil, um Prototypen zu bauen und Tests durchzuführen. Das Team nutzte den CUBIC MakerSpace in Uzwil, um Prototypen zu bauen und Tests durchzuführen. Das Team nutzte den CUBIC MakerSpace in Uzwil, um Prototypen zu bauen und Tests durchzuführen.
Noch vor der offiziellen Markteinführung hat das Team alle fünf Geräte aus der ersten Produktionscharge des MultiTherms verkauft. Noch vor der offiziellen Markteinführung hat das Team alle fünf Geräte aus der ersten Produktionscharge des MultiTherms verkauft. Noch vor der offiziellen Markteinführung hat das Team alle fünf Geräte aus der ersten Produktionscharge des MultiTherms verkauft.

Feinster Schokoladenglanz dank MultiTherm

Aufbruch in eine neue Ära

Mit dem Einzug moderner Technologien, den steigenden Kundenanforderungen und Inputs merkte das Forschungs- und Entwicklungsteam, dass es einen Schritt weitergehen und den MultiTherm komplett neugestalten musste. Die Innovationsreise begann im März 2019. Vom ersten Tag an waren die Ziele klar: die Gesamtqualität des Produkts zu verbessern, es benutzerfreundlicher zu gestalten und die digitalen Services von Bühler vollständig in das Gerät zu integrieren.

«Gleich zu Beginn des Projekts haben wir uns hohe Ziele gesetzt», sagt Skeli Nesimi, Head of Product Management Chocolate & Coffee. «Wir wollten ein Produkt entwickeln, das nicht nur die bekannten, sondern auch die unausgesprochenen Kundenbedürfnisse erfüllt und eine positive User Experience erzeugt.» Schritt für Schritt kam das Team voran, während es sich den Herausforderungen stellte, die mit solchen Unternehmungen verbunden sind. Wir alle wissen, dass diese Art von Projekten mit Risiken verbunden ist. Daher war es wichtig, die Möglichkeit zu haben, Prototypen zu erstellen und Tests durchzuführen. Dafür nutzte das Team den CUBIC MakerSpace am Standort Uzwil in der Schweiz. 

 

Wir wussten von Anfang an, dass wir bei der Entwicklung des Produkts neue Wege gehen müssen. Nur indem wir alle Möglichkeiten innerhalb von Bühler ausschöpften, konnten wir die hochgesteckten Ziele erreichen.

Skeli Nesimi,
Head of Product Management Chocolate & Coffee

«Wir wussten von Anfang an, dass wir bei der Entwicklung des Produkts neue Wege gehen müssen. Nur indem wir alle Möglichkeiten innerhalb von Bühler ausschöpften, konnten wir die hochgesteckten Ziele erreichen», sagt Skeli. Der MakerSpace ist ein Ort, an dem alle Mitarbeitenden von Bühler mitmachen und an einem schnellen Software- oder Hardware-Prototyp arbeiten können. Das Team vom MakerSpace stellt die Werkzeuge und das Wissen dafür zur Verfügung. So können Entwicklungsteams mit Simulationsdienst, Messlabor zur Validierung und Verbesserung von Prototypen, Analyselabor für Materialeigenschaften und Datenwissenschaft arbeiten. 

Im MakerSpace testete das MultiTherm Team wichtige Funktionskonzepte, um Risiken in einem frühen Stadium zu eliminieren. In einer späteren Phase testeten die Experten die Benutzerinteraktion mit einem Modell aus dem 3D-Drucker. Ziel war es, das Magnetlagerkonzept für den abnehmbaren Deckel zu überprüfen und die richtige Magnetkraft zu finden, die dem Nutzer das beste haptische Gefühl geben würde. «Für uns war es eine Gelegenheit, den Innovationsprozess mit unseren Inputs und unserer Einrichtung zu unterstützen. So konnte das Team die Risiken besser steuern», sagt Marcel Rohner, Projektleiter MakerSpace.

Ruedi Eidenbenz von Eidenbenz Industrial Design Est. brachte sein Know-how im Industriedesign  in das Team ein und trug massgeblich mit Lösungen für das Aussehen, die Funktionalität und die Herstellbarkeit des MultiTherms bei.

 

Von links nach rechts: Yuantong Zeng, Senior Process Engineer, Jeffrey Franitza, Designer, and Simon Göldi, Projektleiter MultiTherm. Von links nach rechts: Yuantong Zeng, Senior Process Engineer, Jeffrey Franitza, Designer, and Simon Göldi, Projektleiter MultiTherm. Von links nach rechts: Yuantong Zeng, Senior Process Engineer, Jeffrey Franitza, Designer, and Simon Göldi, Projektleiter MultiTherm.

   

Überzeugendes Design und Funktionalität

Nach fast zwei Jahren Arbeit, im März 2021, präsentierte das Team den neuen MultiTherm. Die Version 2021 hat nicht nur ein neues, überzeugendes Design, sondern verfügt über die neueste Technologie, ist benutzerfreundlicher, beinhaltet zusätzliche Funktionen und ist mit Bühler Insights verbunden. 

Das ergonomische und funktionale Design besteht aus einem Messkörper und dem Touchscreen am Hauptkörper. Dank der schlanken Form kann der Platz auf dem Labortisch optimal genutzt werden; sie gewährleistet eine optimale Kühlung mittels Luftstrom, was zu genauen, stabilen Messungen beiträgt. Die Proben können dank dem magnetischen Deckel einfach gehandhabt werden, zum Reinigen kann er komplett abgenommen werden. Der gummibeschichtete Sensorkopf sorgt für eine bessere Haptik und dient als Endlagendämpfer.

«Es ist das perfekte Mechatronik-Design, das Informatik, Elektronik und Mechanik auf einzigartige Weise verbindet», sagt Simon. Das bescheinigt auch die Jury des iF Design Awards. Diese Spitzenleistung muss aber unseren Kunden etwas bringen, und es scheint, dass sie sehr interessiert sind. Tatsächlich wurden alle fünf Geräte der ersten Produktionscharge bereits vor der offiziellen Markteinführung verkauft. Das ist ein weiterer guter Grund für das Team, nicht nur zu feiern, sondern die Motivation hochzuhalten, um noch mehr Kunden zu gewinnen.

 

Auszubildende montieren den MultiTherm

Der MultiTherm wird von einer Gruppe von zwei bis drei Auszubildenden von Bühler zusammengebaut, die nun die Verantwortung für ein «echtes» Produkt übernommen haben. Simon erklärt, dass das eine grosse Chance und Verwantwortung für sie ist, indem sie sicherstellen, dass jeder Schritt erfolgreich durchgeführt wird: von der ersten Schraube über die Software-Einrichtung bis hin zur letzten Qualitätskontrolle.

«Wir fertigen das Messgerät in Chargen und konfigurieren es auf der Grundlage des Kundenauftrags. Das bedeutet, dass das Team in der Montage weniger Zeitdruck hat und die Produktion perfekt in seinen Arbeitsplan einpassen kann», sagt Simon. 

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