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Kurzportrait Pensionär
49 Jahre und 2 Monate hat er für Bühler gearbeitet. Seit 12 Jahren ist er pensioniert. Die grosse Wehmut hat Gallus Hälg aber noch nicht gepackt. Dafür ist er viel zu beschäftigt. Die Tätigkeiten in den verschiedenen Vereinen halten ihn fit.
Text: Bianca Richle, 25. März 2021
An seinen ersten Tag bei Bühler erinnert sich Gallus Hälg noch genau. Am 3. Mai 1960 fuhr er mit dem Velo, das Übergwändli auf dem Gepäckträger, von Oberbüren nach Uzwil zur Fabrikstrasse, wo sich damals noch das Portierhäuschen befand. Um 8 Uhr wurden die neuen Lernenden von ihren Lehrmeistern abgeholt und in Gruppen aufgeteilt durch die Fabrik geführt. Hälg absolvierte die Lehre zum Mühlebauer/Planzeichner. Nach drei Jahren schloss er die Prüfung zum Mühlebauer ab, im vierten Jahr fokussierte die Lehre auf das Zeichnen. Somit hatte er nach Lehrende zwei Berufsabschlüsse im Sack.
Nach einigen Jahren in der Müllereiabteilung in Uzwil durfte er noch in den 1960er Jahren nach Madrid. Eigentlich für ein Jahr, doch bereits nach einigen Monaten orderte ihn sein Chef zurück – man brauchte ihn in Uzwil für Grossaufträge. Gallus Hälg wollte unbedingt nochmals ins Ausland. Im Januar 1971 fragte sein Chef, ob er nach Brüssel wolle. Genau zu dieser Zeit hatte Hälg aber bereits den Mietvertrag für seine Wohnung unterschrieben und seine Hochzeit geplant. Doch diese Chance wollten er und seine zukünftige Frau sich nicht entgehen lassen und so reiste das Paar im Juni nach Brüssel. Geplant für drei Jahre wurden daraus zehn. «Es hat uns einfach sehr gut gefallen», sagt Hälg. Oft empfingen sie Besucher und bereisten mit ihnen das Land. «Mir persönlich gefielen besonders auch die Freiheiten, die ich im Beruf hatte.» So hätte er in der kleinen Niederlassung ein viel breiteres Berufsprofil, gehabt, konnte vieles selbst entscheiden und war oft auch auf der Baustelle, um das Ergebnis selbst zu kontrollieren.
Als die Kinder dann grösser wurden, inzwischen hatte das Paar zwei Buben, entschied sich die Familie zurück nach Uzwil zu kommen, damit diese in der Schweiz zur Schule gehen konnten. «Zurück in Uzwil hatte ich am Anfang richtig Probleme mit den Normen, jetzt konnte ich nicht mehr einfach etwas zeichnen und an den Unterlieferanten geben», sagt Hälg. Doch auch daran hatte er sich schnell wieder gewöhnt. Schwierig wurde es, als die Computer kamen, denn er hatte doch lange Zeit am Brett gezeichnet. Nun musste er plötzlich auf CAD wechseln. «Der Chef sagte, entweder du lernst CAD zu zeichnen oder wir müssen dir künden. Da lernte ich es dann doch recht schnell», sagt Hälg.
Zweimal war Hälg in Paris – je einen Monat, um auszuhelfen. Und ganz zum Schluss seiner Karriere verschlug es ihn noch nach Braunschweig. Es wurde dringend jemand gebraucht, doch niemand wollte so richtig. Da ging Hälg im März 2009 für einen Monat nach Braunschweig, um auszuhelfen. Im Juni wurde er dann pensioniert.
Auch heute hat Hälg noch Kontakt zu Bühler. Ab und zu geht er bei Bühler Kollegen auf einen Kaffee vorbei. Am Herbstmarkt in Uzwil geht er jeweils mit rund acht Kolleginnen und Kollegen von Bühler essen. Zudem ist Hälg Vizepräsident des Pensionärenvereins von Bühler und gleichzeitig auch der Spieleleiter des Vereins. In seiner Funktion organisiert er das Kegeln und das Boccia, welches einmal pro Woche alternierend stattfindet. Seit der Corona-Pandemie ist auch bei ihm einiges anders. Die meisten Aktivitäten können leider nicht stattfinden. Langweilig wird Hälg trotzdem nicht. Zurzeit saniert er gemeinsam mit Kollegen das Schützenhaus in Oberbüren. Zudem ist er Kassier bei den Schützenveteranen Fürstenland-Toggenburg. Für den Pensionärenverein ist er laufend am Planen und Verschieben der Anlässe.
Ansonsten geht ehr viel nach draussen, um zu spazieren oder Velo zu fahren. Gemeinsam mit seiner Frau ist er für die Umgebungsarbeit des Blockes ihrer Eigentumswohnung verantwortlich und dann gibt es ja auch noch den Haushalt. «Normalerweise gehe ich immer einkaufen und trinke dann noch ein Einerli», sagt Hälg. Das ist zurzeit nicht möglich. Und so freut sich Hälg auf vieles, wenn es dann hoffentlich bald wieder möglich ist. Das Boccia spielen, Kegeln, Turnen, den Stammtisch am Mittwoch mit den Turnkollegen. Gerne würde er auch zusammen mit seiner Frau Tagesausflüge mit dem ÖV ins Tessin, Wallis, oder sogar eine längere Kanalschifffahrt machen.
Gupfenstrasse 5
Uzwil
9240
Schweiz