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Neue Fertigungsmaschinen im Werksverbund Uzwil und Žamberk
Bühler investiert in neueste Fertigungstechnik und beschafft vier neue CNC-Maschinen - zwei in Uzwil und zwei in Žamberk. Die Art und Weise, wie diese Maschinen Teile fertigen und mit Daten umgehen, ist wegweisend für die Zukunft und bildet die Basis für weitere digitale Entwicklungen in der Produktion.
Anja Metzger, 25. März 2021
Claudio Danuser steht am Touchscreen und richtet einen neuen Auftrag ein. Sein Arbeitsplatz: ein 30 Meter langes und 40 Tonnen schweres CNC-Bearbeitungscenter. CNC steht für computer numerical control, also computergesteuerte Maschine. Die Maschine fräst, dreht, bohrt – dank vorher aufbereiteten Daten geht das automatisch und an mehreren Stunden pro Tag sogar ohne Bedienung. Claudio kann so über 500 verschiedene Teile bearbeiten, von kleinen 10-Zentimeter-Teilen bis zu grossen Bauteilen mit zwei Tonnen Gewicht. Er spannt diese jeweils ein, wählt die Werkzeuge aus und gibt die auftragsspezifischen Daten ein. Dann macht sich die Maschine hinter geschlossenen Türen an die Arbeit.
50 Meter weiter steht Kollege Ardijan Zhgjini an einem weiteren neuen CNC Dreh-Fräscenter. Die beiden erfahrenen Polymechaniker haben eine einwöchige Weiterbildung absolviert, um die neue Technologie bedienen zu können. Seit Frühjahr 2020 befinden sich die riesigen Anlagen in der Grossteilefertigung in Uzwil: eine Mazak HCN-8800 und eine Mazak INTEGREX i-500. Nicht nur die Dimensionen der Maschinen sind beeindruckend, sondern auch ihr Leistungsausweis. Sie sind höchst effizient und vielseitig einsetzbar. «Es macht Freude, mit den neuen Maschinen zu arbeiten», sagt Ardijan.
Insgesamt hat Bühler vier solche Bearbeitungscenter beschafft – in Žamberk, Tschechien, stehen weitere zwei Maschinen des gleichen Typs. Dort werden mehrheitlich Serienteile gefertigt, in Uzwil dagegen komplexe Kleinserien zwischen einem und acht Teilen. Dass beide Standorte mit den gleichen Maschinen arbeiten, entspricht der Strategie von Manufacturing, Logistics and Supply Chain (MLS): Sogenannte «Balancing-Teile» können je nach Maschinenverfügbarkeit entweder in Uzwil oder Žamberk bearbeitet werden, ohne dass die Maschine neu programmiert werden muss. «So können wir die Auslastung flexibler ausgleichen», sagt Bruno Toscan, Fabrikplanung & Investitionen.
Dank weniger manuellen Eingriffen haben wir mehr Transparenz und reduzieren menschliche Fehler.
Thomas Widmer,
Head of Machining
Möglich macht dieses Balancieren die Intelligenz der Maschinen. Sie arbeiten mit einer viel höheren Datenmenge, sodass die Produktionsmitarbeitenden diese nicht mehr von Hand eingeben. Die Daten werden nämlich bereits in einem vorgelagerten Schritt von Fertigungsplanern und Programmiererinnen ins System gefüttert. Die neue Maschinengeneration bedingt also neue Arbeitsprozesse, die nur dank einer guten Teamarbeit zwischen CNC-Programmierung, Arbeitsvorbereitung, Konstruktion und Bereitstellung von Spannmitteln, Werkzeugbereitstellung und Maschinenbedienung funktionieren.
«Das ist die Zukunft», sagt Thomas Widmer, Head of Machining. «Wir halten die manuellen Eingriffe auf einem minimalen Level, damit wir mehr Transparenz haben und menschliche Fehler reduziert werden.» Diese Arbeitsweise erlaubt es, die einzelnen Fertigungsschritte am Computer zu simulieren und bereits in der Planungsphase Fehler zu erkennen. So kann MLS auch flexibler auf Änderungen in der Auftragsplanung reagieren und die termingerechte Lieferung sicherstellen.
Aufgrund der Auftrags- und Teilekomplexität in Uzwil entsteht ein grosser Rüstaufwand. Ardijan und Claudio wechseln die Serie sieben bis achtmal täglich. «Genau hier sparen wir am meisten Zeit», sagt Thomas. Dank eingebauten Chips kommunizieren die Werkzeuge mit der Maschine, sodass diese und ihre letzten Einstellungen automatisch erkannt werden. «So braucht das Rüsten der Umsysteme 60 bis 70 Prozent weniger Zeit im Vergleich zu älteren Modellen», so Thomas. Das hat einen positiven Effekt auf die Artikelkosten. Auch die Ramp-up-Phase der zwei Mazak-Maschinen – die Zeit, bis die Soll-Stunden pro Jahr erreicht sind – war schneller als bei früheren Neuanschaffungen.
«Wir haben die Notwendigkeit der Investition zusammen mit den Business Units (BU) intensiv geprüft», sagt Bruno Toscan. Die Beherrschung der Auftrags-Komplexität, die kürzeste Lieferbereitschaft und die Fertigungskosten-Einsparungen waren schliesslich ausschlaggebend. «Damit haben die Geschäftsbereiche sich auch klar zu Uzwil als wichtigen Produktionsstandort bekannt», sagt Bruno.
Die neuen Arbeitsplätze von Ardijan und Claudio sind richtungsweisend in vieler Hinsicht: Sie setzen nicht nur neue Massstäbe bezüglich Effizienz und Qualität, sondern geben einen Ausblick auf die vernetzte Zukunft in der Produktion. «Die Maschinen benötigen mehr Daten und produzieren auch mehr Daten. Das fordert uns, die Datenqualität zu erhöhen und über Geschäftsbereiche hinweg zu vereinheitlichen», sagt Thomas Widmer.
Zudem zeigt sich, wie sich die Anforderungen an Mitarbeitende verändern: «Wir freuen uns, unseren Mitarbeitenden einen Arbeitsplatz der Zukunft bieten zu können, was wiederum eine gute Perspektive für unsere Lernenden ist», sagt Andreas Schällebaum, Produktionsleiter Schweiz.
Gupfenstrasse 5
Uzwil
9240
Schweiz