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Der Anfang einer grösseren Geschichte

Ein zweites Leben für unsere Laptops – und eine Zukunftschance für Kinder in Äthiopien

Alle, die einmal im CUBIC in Uzwil zu Besuch waren, kennen ihn: den feinen, kräftigen Kaffee von Desta’s. Was viele jedoch nicht kennen, ist die spannende Geschichte hinter der Zusammenarbeit von Desta Kebede und Bühler. Ein Strang dieser vielschichtigen Story dreht sich um Laptops, die bei Bühler zwar ausrangiert werden – in Äthiopien aber Kindern eine echte Zukunftschance eröffnen.

image image Desta Kebede vor der Desta’s Kaffeebar im CUBIC Innovation Campus in Uzwil.

Desta Kebede ist in der Schweiz geboren und aufgewachsen, seine familiären Wurzeln liegen jedoch in Äthiopien. Schon früh hat ihn der Kontrast zwischen diesen beiden Welten geprägt: die Stabilität, Infrastruktur und Bildungsmöglichkeiten in der Schweiz – und die oft herausfordernden Bedingungen in ländlichen Regionen Äthiopiens.

«Ich habe als Kind und Jugendlicher immer wieder Zeit in Äthiopien verbracht», erzählt Desta. «Diese zwei Welten könnten kaum unterschiedlicher sein – und gleichzeitig war für mich immer klar: Ich möchte etwas tun, das beide Seiten verbindet und einen echten Unterschied macht.»

Vom Kaffee zur nachhaltigen Landnutzung

Bevor Laptops ins Spiel kamen, stand der Kaffee im Zentrum. Gemeinsam mit Partnern vor Ort arbeitete Desta daran, Kaffee nicht nur als Produkt zu sehen, sondern als Hebel für nachhaltige Entwicklung.

Viele Kleinbauernfamilien in Äthiopien bewirtschaften kleine Flächen, oft ohne langfristige Perspektive oder Zugang zu Märkten, die faire Preise bezahlen. Durch Schulungen und Beratung vor Ort unterstützte Desta die Bäuerinnen und Bauern dabei, ihre Anbaumethoden zu verbessern und gleichzeitig die Landnutzung nachhaltiger zu gestalten. «Wir haben uns gefragt: Wie können wir Kaffee so produzieren, dass er nicht nur qualitativ hochwertig ist, sondern auch den Menschen und der Umwelt vor Ort guttut?», sagt Desta. «Es ging darum, Bodenerosion zu reduzieren, Wasser besser zu nutzen, schattenspendende Bäume zu integrieren und die Biodiversität zu stärken – und gleichzeitig den Farmerinnen und Farmern stabile und fairere Einnahmen zu ermöglichen.»

Durch diese Arbeit entstanden nicht nur hochwertigere Produkte, sondern auch ein stärkeres Bewusstsein dafür, dass wirtschaftlicher Erfolg und Verantwortung für die Umwelt Hand in Hand gehen können.

Mathias Hannsbauer, Head of BU Flavor Creation bringt es so auf den Punkt: «Destas Engagement im Kaffeesektor zeigt sehr deutlich, wie nachhaltige Wertschöpfungsketten funktionieren können: Es geht nicht nur um das Endprodukt, sondern um die Menschen, die dahinterstehen, und die Art, wie Land bewirtschaftet wird. Genau dieses Denken passt sehr gut zu unserem Verständnis von Verantwortung.»

Das Dorf liegt in der Provinz Kaffa im Südwesten Äthiopiens.

Kaffa ist die ursprüngliche Heimat des Kaffees – genauer gesagt der Arabica-Sorte, die hier in den Bergregenwäldern in unzähligen Varianten wild wächst. Alle Coffea-arabica-Pflanzen weltweit stammen von den örtlichen Sträuchern ab.

Man könnte sogar sagen, dass die Welt Kaffee wegen Kaffa trinkt.

Bildung als nächster Schritt: Warum Laptops so wichtig werden

Schnell wurde klar, dass nachhaltige Landwirtschaft nur ein Teil der Lösung sein kann. Wer langfristig Perspektiven schaffen will, kommt an einem Thema nicht vorbei: Bildung. «Wenn du mit den Familien sprichst, merkst du schnell: Alle wünschen sich für ihre Kinder ein besseres Leben», erzählt Desta. «Gute Schulbildung und digitale Kompetenzen sind dafür entscheidend – gerade für die junge Generation in einem Land, das sich stark entwickelt.»



Die Schulgebäude vor dem Umbau…

…und danach.

Aus dieser Einsicht heraus entstand die Idee, den Kindern und Jugendlichen in Äthiopien eine bessere Schulbildung und den Zugang zur digitalen Welt zu ermöglichen.

Die Stiftung "Learning for Life" initiierte den Bau des Schulcampus mit verschieden grossen Gebäuden, dessen Planung und Umsetzung von Desta geleitet wurde. Der Campus entstand direkt in der Region – in der gleichen Gemeinde – in der der Kaffee für Desta’s wächst. So entsteht langfristig ein Modell für praxisnahe, zukunftsorientierte Bildung in Äthiopien, die Landwirtschaft, Nachhaltigkeit und Community Entwicklung ganzheitlich miteinander verbindet.

Die Schule und deren Weiterentwicklung führt Desta als Präsident. Er selbst und Desta’s Coffee sind wichtige Pfeiler der Finanzierung, ganz allein können sie das Projekt aber nicht tragen – sie sind weiterhin noch auf zusätzliche Spenden angewiesen.

Die Schule wurde Ende Februar 2026 eingeweiht. Nach dem Bau eines neuen Schulcampus war der nächste logische Schritt, Computer und Laptops – so kam Bühler ins Spiel.

 

Die feierliche Eröffnung: Jeder aus dem Dorf wollte bei der Einweihung der neuen Schulgebäude dabei sein. Prominente Politiker und Persönlichkeiten aus der Region nahmen ebenfalls an der Zeremonie teil.

Ausrangiert bei uns – ein Neubeginn für Kinder in Äthiopien

In vielen Unternehmen werden Laptops nach einigen Jahren ersetzt, obwohl sie noch voll funktionstüchtig sind. Bühler ist da keine Ausnahme. Doch anstatt die Geräte einfach auszumustern, entstand bei Desta, zusammen mit Marcello Fabbroni, Director of Techn. & Innovation Services, eine andere Idee: Warum diesen Laptops nicht ein zweites Leben geben – dort, wo sie dringend gebraucht werden. «Für uns in der Schweiz ist ein älterer Laptop vielleicht nicht mehr topmodern – für ein Kind in einer äthiopischen Schule kann er der erste Kontakt mit der digitalen Welt sein», sagt Desta.

So entwickelte sich eine Kooperation: Bühler stellt 30 ausrangierte, aber funktionsfähige Laptops zur Verfügung. Sandro Eicher, ehemaliger Teammanager von ITP81, und sein Team sorgen dafür, dass die Geräte geprüft, neu aufgesetzt und für den Einsatz im Unterricht vorbereitet werden. Anschliessend werden sie an Schulen und Bildungsinitiativen in Äthiopien übergeben.

 

Sintayehu Gebremedhin ist Lehrer an der Schule und erklärt, wie wichtig die Laptops sind und wie viel Hoffnung auf ein besseres Leben mit ihnen verbunden ist.

Mehr als Technik: Ein Werkzeug für Selbstständigkeit

Für die Kinder vor Ort ist ein Laptop weit mehr als ein Arbeitsgerät. «Ein Laptop bedeutet für diese Kinder, dass sie lernen können, mit digitalen Werkzeugen umzugehen, Informationen zu finden, Sprachen zu üben, Mathematik zu vertiefen. Das alles stärkt sie darin, ihr Leben später eigenständiger zu gestalten», sagt Desta.

Die Geräte werden so vorbereitet, dass sie auch in Schulen mit eingeschränkter Infrastruktur funktionieren – mit lokalen Lernprogrammen, angepasster Software und, wo nötig, Offline-Inhalten. Lehrerinnen und Lehrer werden eingebunden, damit die Laptops nicht nur verteilt, sondern sinnvoll in den Unterricht integriert werden.

Marcello bringt es so zum Ausdruck: «Wir sind ein Technologieunternehmen – und wir sehen Technologie im besten Sinne: als Ermöglicher. Wir liefern nicht nur Lösungen für die Industrie, sondern wir tragen mit solchen Projekten auch dazu bei, dass die nächste Generation in Äthiopien sich in einer digitalen Welt zurechtfinden kann.»

Für Desta ist es ein weiterer Schritt auf einem Weg, der die Menschen in Äthiopien in eine positive Zukunft führen kann: «Erst hilfst du den Familien, ihr Land nachhaltiger zu nutzen und mit Kaffee bessere Einkommen zu erzielen. Dann sorgst du dafür, dass ihre Kinder Zugang zu guter Bildung und digitalen Werkzeugen bekommen. Beides gehört zusammen. Es geht darum, dass Menschen vor Ort langfristig eigene Wege gehen können – mit ihrem Land, ihrer Arbeit und ihrem Wissen.»

Der Anfang einer grösseren Geschichte

«Wir stehen hier nicht am Schlusspunkt, sondern am Start einer grösseren Geschichte», sagt Desta. «Jeder Laptop, der im Klassenzimmer ankommt, jedes Kind, das zum ersten Mal mit einem Computer arbeitet, zeigt uns: Es lohnt sich. Und ich hoffe, dass wir mit dieser Geschichte auch andere inspirieren – bei Bühler und darüber hinaus.»


Die Schülerinnen und Schüler freuen sich auf ihre neue Lernerfahrung mit den Laptops.

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